Vorläufer des Reinheitsgebots

Bierbrauender Mönch, 1379

Bierbrauender Mönche von 1379 (Foto: Bayerischer Brauerbund)

Die Urfassung des Reinheitsgebots stammt aus dem Jahr 1516. Doch bereits zuvor waren verschiedene Verordnungen zum Schutz der Bevölkerung erlassen worden.


Augsburg – 1156
Am 21. Juni 1156 hat Friedrich Barbarossa das Stadtrecht an die Stadt Augsburg verliehen. In der „Justitia Civitatis Augustensi", dem ältesten Stadtrecht Deutschlands, heißt es: „Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er gestraft werden ..."


Nürnberg – 1293
In Nürnberg gibt es eine Vorschrift aus dem Jahr 1293. Darin heißt es, dass nur Gerste zum Bierbrauen verwendet werden darf.


Weimar – 1348
In Weimar wurde 1348 „geboten, dass kein Brauer zu seinem Bier zutun soll, denn Malz und Hopfen". Das war insofern fortschrittlich, als damals in vielen anderen Städten der Hopfen als Bierzusatz noch nicht erlaubt war.


München – 1363, 1447, 1487
In München erhielten 1363 zwölf Stadträte die sogenannte Bieraufsicht. Auf diese Weise sollte die Qualität des Bieres deutlich verbessert werden. 1420 musste das Münchner Bier laut Vorschrift eine bestimmte Zeit lang lagern, ehe es ausgeschenkt werden durfte. Und 1447 wurde schließlich festgeschrieben, dass nur Gerste, Hopfen und Wasser zum Brauen Verwendung finden dürfen. Diese Inhalte wurden 40 Jahre später von Herzog Albrecht dem VI. bestätigt – und später für ganz Oberbayern festgelegt.

 

Regensburg 1447
Der Regensburger Stadtarzt sollte ab 1447 das in der Stadt gebraute Bier und die verwendeten Zutaten streng kontrollieren. Seine Erfahrungen führten 1453 zur Einführung einer Brauordnung. Hinfort durften „weder Samen noch Gewürz oder Gestrüpp" dem Bier beigemischt werden.


Landshut 1493
Die erste flächenübergreifende Vorschrift wurde von Herzog Georg dem Reichen für sein Herzogtum Bayern-Landshut erlassen. Seine Biersatzordung von 1493 schrieb fest: Die Bierbrauer und andere sollten nichts zum Bier gebrauchen denn allein Malz, Hopfen und Wasser, noch dieselben Brauer, auch die Bierschenken und andere nichts anderes in das Bier tun - bei Vermeidung von Strafe an Leib und Gut.