Fotograf Sead Husic: „22 000 Mal abgedrückt“

Sead Husic

Fotograf Sead Husic hat die Bayerischen Brauer für die Wächter-Ausstellung abgelichtet. (Foto: Ieva Husic)

Der Fotograf Sead Husic hat die Bayerischen Brauer für die Wächter-Ausstellung abgelichtet. Im Interview berichtet über die Erlebnisse bei den Foto-Shootings für die Wanderausstellung.

 

 

 

 

>> Termine der Wanderausstellung:

 

München: Alte Kongresshalle; 12.02.-18.02.2016
Ingolstadt: Exerzierhalle; 20.04.-24.04.2016
Traunstein: Alte Klosterkirche; 06.05.-22.05.2016
Freising: Asamsaal; 01.06.-08.06.2016
Straubing: Hubertushalle; 11.06.-22.06.2016
Andechs: Florianstadel; Kloster Andechs 16.09.-30.09.2016
Nürnberg: Messezentrum; 08.11.-10.11.2016

Herr Husic, Sie haben zwei Jahre lang für die Ausstellung „Wächter des Reinheitsgebots" bayerische Brauer fotografiert. Wie fühlt man sich nach Fertigstellung eines solchen Mammutprojekts?

SEAD HUSIC (38), Journalist, Autor und Fotograf aus Berlin: Eine gewisse Leere ist schon da. Andererseits ist das Timing perfekt. Das eine Projekt ist beendet, das nächste beginnt: Im März werden meine Frau Ieva und ich Eltern einer Tochter.

Gratulation! Erzählen Sie uns trotzdem noch ein bisschen von ihrer großen Foto-Tour durchs Bayernland...

Gerne! Ich war insgesamt 120.000 Kilometer mit dem Auto unterwegs. Zum Glück wohnt meine Mutter noch in Traunstein, so dass ich nicht jedesmal für einen Fototermin aus Berlin anreisen musste.

Verraten Sie uns bitte etwas zu Ihrer Fotoausrüstung.

Ich habe alle Bilder mit einer Mamiya-Kamera gemacht, Mittelformat 6x7. Während der Shootings hat sich ein Gehäuse verabschiedet und drei Blitze. Ich habe zur Sicherheit immer zweigleisig fotografiert – analog und digital. Insgesamt habe ich rund 22.000 Mal auf den Auslöser gedrückt.

Beeindruckend! Auffällig ist, dass jedes Ihrer Motive eine Geschichte erzählt, die vom jeweiligen Brauhaus inspiriert zu sein scheint. Wie kam's?

Die Ideen habe vor allem ich entwickelt, die meisten Brauer sind mir gefolgt. Ich glaube, es hat ihnen viel Spaß gemacht.

Erzählen Sie!

Dem Oettinger-Chef Karl Liebl habe ich zum Beispiel eine Fotoidee vorgeschlagen, bei der er als Rocker verkleidet zu sehen ist. Oettinger – das sind ja für viele auch die „Bad Guys" des Brauereiwesens.

Und? Was kam als Antwort?

Oettinger hat ein Fax mit einer Zeichnung geschickt, auf der ein Wappen mit dem Spruch „Brewers of Anarchy" steht – in Anlehnung an die Fernsehserie „Sons of Anarchy". Für das Shooting ließ sich Herrl Liebl sogar eine Woche lang einen Bart wachsen, damit er gefährlicher ausschaut.

Toll! Waren alle Brauer glücklich mit den Ergebnissen?

Im Prinzip schon, also 98 von 100 waren es. Eine gute Quote.

Absolut. Letzte Frage: Was planen Sie als nächstes?

Nichts mit Bier jedenfalls. Außerdem muss ich mich mal um meine Frau kümmern. Die hat mich die letzten zwei Jahre meist nur an den Wochenenden gesehen.

 

Interview: Clemens Hagen