Der Hopfenbauer: Ein Besuch bei Adolf Schapfl in Grubwinn

Adolf und Franziska Schapfl

Adolf und Franziska Schapfl sind Hopfenbauern aus Leidenschaft. (Foto: Katharina Aurich)

Von Katharina Aurich

 

Hopfenbetriebe, die auf eine lange Tradition zurückblicken, mit der Zeit gehen und offen für Neues sind, haben gute Zukunftsperspektiven. Denn die Anbaumethoden und Sorten, die Preise oder Arbeitsschutzbestimmungen ändern sich immer rascher. Einer dieser traditionellen Betriebe ist der 80 Hektar große Hopfenbetrieb Schapfl, der seit 1919 in Familienbesitz ist. Auf 55 Hektar wächst Wald, auf den übrigen Flächen verraten die Hopfenstangen, was hier im Frühjahr, Sommer und Herbst gedeiht.


Der Hopfenanbau ist ein Saisonbetrieb: Los geht es im Frühjahr, wenn die überzähligen Triebe der Pflanzen abgeschnitten und die drei kräftigsten an die Drähte, die scheinbar bis in den Himmel ragen, „angebunden" werden. Dann herrscht bei Schapfls Hochbetrieb, die Arbeiten müssen zügig und abhängig vom Wetter erledigt werden. „Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zum sogenannten Anleiten zu treffen, dann muss rasch gearbeitet werden", erklärt Schapfl. Wenn es stürmisch wird und die Triebe von den Drähten fallen, müssen sie wieder hochgebunden werden.

Die Arbeiter auf Schapfls Betrieb kommen seit vielen Jahren aus Polen, alle aus derselben Familie, jetzt bereits in der dritten Generation. Sie möchten die Zeit in Deutschland optimal nutzen und würden am liebsten von früh bis spät durcharbeiten. „Aber die immer strengeren Arbeitsschutzbestimmungen mit dem obligatorischen Feierabend nach acht Stunden machen den flexiblen Einsatz der Saisonkräfte immer schwieriger", schildert der Hopfenbauer. Die Helfer genießen Familienanschluss. Auf seinem Betrieb hat Schapfl Wohnungen für 18 Mitarbeiter gebaut. Seine Frau Franziska kocht mittags für alle, und es wird samt den beiden Kindern gemeinsam gegessen.

Hopfen Symbolbild

Hopfen wird auch das

Natürlich herrscht auf dem Betrieb auch während der Ernte im September geschäftiges Treiben und alle Hände werden benötigt. Schließlich sind alle Dolden maschinell geerntet, in große Ballen verpackt, gelagert und werden später ausgeliefert. Hier in der neuen, großen Lagerscheune beflügelt ein wunderbar aromatischer Duft die Fantasie, welches schmackhafte Bier wohl aus den Dolden gebraut werden wird.

 

Adolf Schapfl baut 25 Sorten an, alte Landsorten wie „Hallertauer Mittelfrüh", „Hersbrucker", aber auch einige neue, vielversprechende Gewächse aus der Zuchtstation Hüll. Die Auswahl, welche Sorte in den Boden kommt, sei nicht einfach, so der erfahrene Landwirt. Schließlich müssten sie sich 20 Jahre lang gut verkaufen.

 

Neben den vertraglich abgesicherten Verkäufen gebe es auch noch den Spotmarkt, auf dem nicht vertraglich gebundene Mengen verkauft werden. Die Perspektiven für den Hopfen sind auch dank der Craft Beer-Szene gut. „Es wird überall wieder über Bier gesprochen", freut sich Schapfl. Der deutsche Hopfen profitiere auch von der großen Nachfrage in den USA, wo die Craft Beer-Szene schon viel früher als in Deutschland entstand. Die Exportmengen seien hoch, 75 bis 80 Prozent der Hallertauer Ernte werden auf dem Weltmarkt verkauft. In vielen Ländern gehe der Anbau auch aufgrund von Witterungsschwankungen zurück, „aber wir Hallertauer sind Werkler und unsere Betriebe können auch mal eine Durststrecke überwinden", erklärt Schapfl.

Hallertauer Hopfen

Der Hopfenanbau in der Hallertau steht auf soliden Füßen, die Anbaufläche steigt jährlich um 500 Hektar. Flächen, die stillgelegt waren, werden wieder mit Hopfen bepflanzt. 2015 umfasst die Hopfenfläche gut 14 000 Hektar, die aber von immer weniger Betrieben (2015: 950) bewirtschaftet werden. Im Vergleich mit den USA sind die Betriebsflächen in der Hallertau jedoch klein, denn dort bewirtschaften nur 40 Erzeuger dieselbe Fläche. 40 Prozent der weltweiten Hopfenproduktion stammen aus der Hallertau.

Hopfengarten

Ein abgeernteter Hopfengarten hat für den Fotografen seine Reize. (Foto: Dr. Christian Kaler)