Brauertag am Odeonsplatz: München feiert seine (Nachwuchs-)Brauer

Brauertag in München

Mit Kutschen wurden die Biere heran gekarrt. Foto: Petra Schramek

Am Samstag, 4. Juni, feierten rund 800 Gäste auf dem Odeonsplatz den Münchner Brauertag. An diesem Festtag werden traditionell die Jungbrauer aus ihrer Lehrzeit "freigeschlagen". Ob Reiter nahm die Zeremomie bei einigen Nachwuchsbrauern persönlich vor.

 

Mit etwa 800 Gästen haben die großen Brauereien den Münchener Brauertag auf dem Odeonsplatz begangen. Mit diesem Festtag feiern die Stadt München und ihre Brauereien traditionell ihre Jungbrauer für deren erfolgreich beendete Lehrzeit.

Vier Jungbrauerinnen und 22 Jungbrauer ließen sich dieses Jahr durch Oberbürgermeister Dieter Reiter feierlich mit der Ferula "freischlagen". 4000 Liter Freibier schenkten die sechs Brauereien für den Ausschank rund um den Odeonsplatz an die Münchner Bürger aus. Beim Ehrenempfang im Hofbräuhaus wurden anschließend die besten Nachwuchsbrauer ausgezeichnet.

 

Einem Ritterschlag gleich ließ Dieter Reiter eine Ferula – das historische Erkennungszeichen der Brauerzunft – auf die Schultern eines jeden der 28 Jungbrauern niedersinken, um so die Wertschätzung der Stadt für die Arbeit und Verdienste der Brauer auszudrücken. Anschließend verpflichteten sich die freigeschlagenen Brauer gemeinsam mit den Brauereichefs mit der Erneuerung des „Preueides" ausdrücklich auf das Münchener Reinheitsgebot von 1487.

 

Auch der Oberbürgermeister selbst wurde ausgezeichnet

 

Für Ihren erfolgreich absolvierten Braukurs wurden außerdem Dieter Reiter selbst und Andreas Steinfatt, Vorsitzender des Vereins Münchener Brauereien, als „Münchener Brauburschen" freigeschlagen – augenzwinkernd von Professor Ludwig Narziß, dem ehemaligen Leiter der Lehr- und Versuchsbrauerei Weihenstephan. Mit knapp 4000 Litern Freibier stieß München anschließend auf seine neuen Brauer an, bevor es für diese zum Ehrenempfang ins Hofbräuhaus ging.

 

Paulaner und Augustiner unter den ersten drei Plätzen

 

Dort zeichnete der Verein Münchener Brauereien gemeinsam mit der städtischen Berufsschule für Brauer und Mälzer die drei besten Nachwuchsbrauer des Jahre 2015 aus. Den ersten Platz belegte Michael Buchner von Paulaner, Zweiter wurde Maximilian Kollmannsberger (ebenfalls Paulaner), den dritten Platz belegte Johann Griebl von Augustiner.

 

Der Brauertag ist tief in der Münchner Brau- und Stadtgeschichte verankert. Er ist die Fortsetzung der Tradition des Gewerbefesttages, den die Münchner Brauer seit dem Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert feierten. Nachdem zwei Weltkriege und die wechselvolle Zwischenkriegszeit diese Tradition unterbrochen hatten, wird sie seit 1961 durch den Verein Münchener Brauereien fortgeführt.