Brauereien im Bayerischen Wald: Gemeinsam für den Schlossbräu

Schlossbräu

Das Bier muss in der Abfüllanlage schäumen, damit kein Sauerstoff in der Flasche bleibt, der sich auf den Geschmack auswirkt. (Foto: Lisa Wieland)

Von Lisa Wieland

 

"Wir halten zusammen", sagt Marianne Bruckmayer und lächelt nachdenklich. Das tolle Arbeitsklima sei etwas, das den Schlossbräu in Drachselsried besonders macht. Die 83-Jährige führt den Betrieb mit zwölf Mitarbeitern nach dem Tod ihres Sohnes und ihres Mannes, "ohne meine Mitarbeiter hätte ich nicht weiter gemacht". Nur, weil die Belegschaft so fest zusammenhält und sich für den Fortbestand der Brauerei eingesetzt hat, sei es weitergegangen, erklärt sie.

 

Sie ist sehr zufrieden damit, wie der Betrieb läuft, "wir sind eine schlichte, aber gute Brauerei und stolz auf die Qualität unserer Produkte". Und die ist gut, denn es kommen nur regionale Zutaten in die insgesamt neun verschiedenen Biersorten, die zwei Radlersorten und die alkoholfreien Getränke. Deshalb darf sich der Drachselsrieder Schlossbräu auch mit dem Siegel Bayerwald Premium schmücken. Vor allem die Aegidi Weiße findet sehr viel Anklang, so Bruckmayer.

 

Urkundlich bezeugt ist die Brauerei seit ungefähr 1500, blickt also mittlerweile auf eine 500-jährige Brautradition zurück. Der Name Bruckmayer - mit Ypsilon - kam nach 33 Jahren "Bruckmaier" im Jahre 1919 auf die Brauerei durch eine Heirat der Alleineigentümerin Berta Bruckmaier mit Otto Bruckmayer, Posthaltersohn aus Bodenmais.

Viele größere und kleinere Vereinsfeste versorgt der Schlossbräu dieses Jahr wieder mit Getränken, wie auch die Drachselsrieder Kirwa. 20 Jahre lang wurde das Kötztinger Pfingstfest beliefert, "aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist", ist die 83-Jährige überzeugt.

 

Man habe sich vorgenommen, die 20-Jahre-Marke nicht zu knacken, und das habe man beibehalten, damit auch andere Brauereien zum Zug kommen, erklärt sie.

 

Zwar wollten einige sie überreden, sich doch noch einmal zu bewerben, "aber einmal muss Schluss sein, wir sind im Guten auseinandergegangen und alle waren zufrieden".

 

Alle Mitarbeiter sind schon viele Jahre im Betrieb, so auch Braumeister und Produktionsleiter Lorenz Aschenbrenner, der nach seiner Lehrzeit gar nicht erst in einen anderen Betrieb wechselte und nun seit 48 Jahren bei Schlossbräu ist. "Wie in den meisten kleineren Brauereien wird bei uns noch einiges mit der Hand gemacht", beschreibt er die Arbeitsabläufe.

 

Seit 2004 gibt es beim Schlossbräu einen sogenannten Schonkocher, oder wie Aschenbrenner kurz sagt: "SchoKo". Die Würze wird nicht mehr gekocht, sondern nur noch auf 97 Grad erhitzt.

 

"Dadurch ist der Geschmack unseres Bieres milder und abgerundeter", erklärt er. Auch verfügt die Brauerei über einen eigenen Brunnen mit Zellertaler Wasser, das nach der Filtration in Wassertanks lagert. Exklusive bayerische Bierqualität eben.