Holde Dolde: Hopfenanbau im eigenen Garten

Werner Drexler

Im eigenen Hopfengarten: Hofmark-Braumeister Werner Drexler freut sich über den Loiflinger Hopfen. (Foto: Privat)

Von Jürgen Hirtreiter

 

Am Anfang stand eine pfiffige Marketingidee. „Wir wollten den Besuchern bei unseren Bierführungen anschaulich zeigen, welche Rohstoffe wir zum Bierbrauen verwenden. Und da haben wir kurzerhand selber Hopfen angebaut", sagt Werner Drexler. Der Braumeister der Loiflinger Brauerei Hofmark steht in dem 20 Meter mal 30 Meter großen Hopfengarten, der direkt an das Brauereigelände angrenzt. Ein herber Duft liegt über den grünen Ranken. Meterhoch schmiegen sich diese an große Holzgerüste.

 

Hopfenbauer aus der Hallertau haben hier vor vier Jahren 120 Pflanzen gesetzt. Das Familienunternehmen vor den Toren der Stadt Cham ist nicht die einzige Brauerei, die eigenen Hopfen anbaut. Immer mehr Brauereien ziehen im eigenen Garten verschiedene Sorten – zu Schauzwecken, zur Dekoration und vor allem auch, um ihre Bier-Spezialitäten zu würzen. Regionale Besonderheiten mit einem eigenen Charakter entstehen so.

 

In Loifling wird die Sorte Spalter Select angebaut, ein traditioneller Aromahopfen aus Deutschland, der ein würziges, fruchtiges und blumiges Aromaprofil und eine mittlere Bittere entwickelt. Spalter Select eignet sich vor allem für untergärige Biere wie Lager oder Pils. „Spalter Select ist eine resistente und robuste Landsorte, die auch bei uns gut wächst", sagt Werner Drexler. „Auch wenn der Ertrag zunächst zweitrangig war, standen wir bald vor der Frage, was machen wir mit dem vielen Hopfen", blickt der Braumeister zurück.

 

Mit seinen Brauern und Azubis zog sich Drexler in die „Bierküche" zurück, ein Raum im Keller der Brauerei, in dem neue Biersorten ausgetüftelt und auf einer kleinen Anlage gebraut werden. Und das Probieren hat sich gelohnt: Hofmark führt seitdem einen hellen Weizenbock mit Namen „ChamOpf". Das besondere an diesem Bier: Es wird mit dem eigenen Hopfen und drei weiteren Aromahopfen kaltgehopft. Der Hopfen kommt erst nach der Hauptgärung in das Jungbier und entwickelt so feinere Aromen. Die handabgefüllten und limitierten Flaschen sind seither der Renner aus Loifling. Das „ChamOpf" hat beim internationalen Meininger Craft Beer Award, bei dem über 100 Verkoster mehr als 500 Biere testen, eine Goldmedaille gewonnen.


„Das hat uns damals so eine Freude gemacht, dass wir weiter getüftelt haben", sagt Werner Drexler. „Holde Dolde" heißt die neue Kreation, mit der die Brauerei auch schon bei der Messe „Braukunst Live" in München für Aufsehen gesorgt hat. Zwei, drei ganze Hopfendolden werden dabei in die bereits abgefüllte Flasche Jungbier gedrückt. „Es dauert eine Zeit, aber nach einigen Wochen entwickelt sich ein unglaubliches Aroma", schwärmt Drexler. Der Naturhopfen gibt mit der Zeit seine ätherischen Öle an das Bier ab und ist überdies noch dekorativ. Den Namen „Holde Dolde" hat sich Hofmark schon mal sichern lassen.

Info: Hopfenpflege

Hopfen ist anspruchsvoll und verlangt viel Pflege, viel Wasser, nährstoffreiche Böden und ausreichend sonniges Klima. Die Brauerei Loifling hat einen Vertrag mit einem Landwirt geschlossen, der die Pflege des Hopfengartens übernimmt. Bei der Ernte helfen gerne auch die Brauer und viele Freunde mit, natürlich darf das „Hopfazupfafest" nicht fehlen. Verarbeitet und gedarrt wird der „Loiflinger Hopfen" dann bei einem Partnerbetrieb in der Hallertau, ehe er nach Loifling zurückkommt.