Gepflegter Auftritt: Das richtige Glas fürs Bier

Glasvielfalt

Foto: DBB

Wer würde ein feinherb prickelndes Pils aus einem Steingut-Maßkrug trinken? Natürlich niemand. Es gibt durchaus Regeln für die Abstimmung des Trinkgefäßes auf das gewählte Bier – besonders in Bayern! Der Typ des Trinkgefäßes muss zum Charakter der Bierspezialität und zum jeweiligen Anlass passen.

 

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Ob als Becher, Tulpe, Stange, Pokal oder Krug respektive Seidel: Heute dominiert das Glas, wenn es darum geht, den bayerischen Bierspezialitäten zu einem eleganten Auftritt zu verhelfen. Doch auch der rustikale Steingutkrug, mit und ohne Deckel, behauptet seinen angestammten Platz im Wirtshaus, im Biergarten und im heimischen Bierkeller.
Das leichte, spritzige Pils prickelt meist in schlanken, eleganten 0,3-Liter-Glastulpen. Bei festlichen Anlässen kommt das Pils als Aperitif auch in der Sektflöte schön zur Geltung. Dank der engen Glasöffnung prickelt es besonders lang. Nicht nur dem Bayern läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ein ordentlich gezapftes Helles/Lager im gläsernen Maßkrug schäumt. Viele freuen sich über eine gepflegte Halbe im Seidel mit Facettenschliff. Puristen sehen ihr Helles oder Lager gern im schnörkel- und henkellosen Becherglas – in Größen zwischen 0,2 und 0,5 Litern.

 

Bayerische Weißbiere genießt man traditionell aus stärkeren 0,3- oder 0,5-Liter-Gläsern, die sich zum Fuß hin verjüngen. Diese Gläser wurden speziell für die spritzigen Weizenbiere entwickelt. Aus ihrer weiten Öffnung steigt aromatisch ihre feine, fruchtige Hefeblume empor.

 

Etwas stärker eingebraut als Helles und Weißbier sind Märzen und (Oktober-)Festbiere. Ihre intensiven, leuchtenden Farben kommen am besten in gläsernen Halbliter- oder Literkrügen zur Geltung. Steingutkrüge sehen zünftig aus und halten das altbayerische respektive altfränkische Dunkel, das naturtrübe, ungespundete Kellerbier und das Bock- oder Starkbier lange kühl. Und: Die raue Glasur sorgt dafür, dass sich über dem (Doppel-)Bock eine üppige Schaumkrone auftürmt.

 

Quelle: Bayerischer Brauereibund